Interview mit Lilli Green

Frans Prins, Chefblogger bei Lilli Green, erzählt im Interview mit Green Shirts wie sein Interesse an Nachhaltigkeit geweckt wurde und warum heute mehr Offenheit für grüne Unternehmen vorhanden ist.

Vielen Dank, dass du dir Zeit für das Interview nimmst. Erzähl uns doch ein wenig über die Entstehung von Lilli Green. Woher kommt die Idee? Wie habt ihr das zu Beginn umgesetzt?

Frans: Lilli Green wurde als Blog gegründet, um über nachhaltiges Design aus aller Welt zu informieren. Schon schnell kam der Lilli Green Shop dazu, mit einem Angebot an nachhatigen Wohnassecoires und Designprodukten. Mittlerweile liegt der Fokus mehr auf dem Shop, aber das Schöne ist, dass wir immer noch beides sind, und als Magazin für nachhaltiges Design ein spannendes Themenfeld belichten können.  

Gibt es irgendein besonderes Erlebnis, dass dein Interesse an Nachhaltigkeit geweckt hat?

Frans: Ich war als Kind schon dabei, mit Fahrradfahren Geld für irgendwelche Umweltprojekte zu sammeln. Als Erwachsener habe ich dann gesehen, wie Umweltschutz, Sozialengagement und Nachhaltigkeit ein Imageproblem hatten. Über Mode und Design lassen sich diese Themen ganz anders vermitteln, also habe ich mich auch bewusst dort engagiert. Mittlerweile hat die Nachhaltigkeit ein viel moderneres und positiveres Image bekommen. Zum Glück schließt sich auch die Lücke zwischen nachhaltigem Design und gutem Design immer mehr. 

Im Lilli Green Blog stellt ihr grüne Ideen vor. Was ist das Projekt, das den größten Eindruck hinterlassen hat?

Frans: Am schönsten finde ich immer, die Projekte selber zu besuchen. Das geht leider nur nicht immer, weil wir über nachhaltige Architektur und Design aus aller Welt berichten wollen. Auf unsere Reise durch Indonesien haben wir sehr eindrucksvolle Bambusarchitektur gesehen, zum Beispiel das Green Village auf Bali. Das ist wirklich Eco Luxury und nicht für alle erschwinglich, aber mit einem wunderschönen Design und die Umsetzung ist ganzheitlich ökologisch. Das Engagement dahinter zielt auch darauf ab, das Bauen mit Bambus nachhaltiger zu machen. Solche Projekte sind Leuchtturme, die wieder andere inspiirieren. Das ist auch der Ansatz vom Blog, wir wollen Positivbeispiele zeigen, über neue Entwicklungen und nachhaltige Produkte berichten und zu mehr Nachhaltigkeit inspirieren.

Im Lilli Green Shop gibt es nachhaltige Einrichtungsgegenstände und Geschenkideen. Nach welchen Kriterien wählt ihr die Produkte aus, die dort verkauft werden?

Frans: Das ist tatsächlich ein spannendes Thema. Für Designprodukte gibt es keine einheitlichen Nachhaltgkeitsstandards, also müssen wir im Lilli Green Shop zum Teil selber unsere Standards führen. Wichtig ist für uns, dass sowohl die soziale als auch die ökologische Nachhaltigkeit gewährleistet sind. Dort wo es vertrauenswürdige Siegel gibt, wie zum Beispiel GOTS für Textilien, verlassen wir uns darauf. Wir arbeiten viel mit kleineren Manufakturen aus Europa, manche Produkte kommen aus Sozialwerkstätten oder es sind Fair Trade Produkte. Wichtig ist für uns außerdem das Design. Von unseren Produkten erwarten wir ein gutes Design, was natürlich sowohl Form als auch Funktion betrifft. Manche Produkte fordern auch einen nachhaltigeren Lebensstil – wie zum Beispiel haltbare Wassertrinkflaschen oder Coffee-To-Go-Becher. Auch dort wählen wir nur die Produkte aus, die wenn möglich, plastikfrei oder plastikarm sind und wo auch eine nachhaltige Herstellung garantiert ist. 

Hast du das Gefühl, dass genug Innovation im grünen Sektor vorhanden ist? Gibt es heute gefühlt mehr als früher?

Frans: Es gibt meiner Meinung nach mehr Offenheit für Innovation als früher. Es gibt spannende Materialinnovationen und Produkte aus Algen, Bambus oder Pilze. Manche davon sind auch schon fast Mainstream, wie zum Beispiel Bambusgeschirr oder Bambuszahnbürsten. Manchmal fehlt bei Innovationen oder neuen Trends aber auch der ökologische Aspekt. So werden mittlerweile Designprodukte als vegan oder “Circular Design” vermarktet, die mit Nachhaltigkeit nicht viel zu tun haben. Sind Innovationen, die nicht nachhaltig sind, überhaupt noch Innovationen?  

Hast du einen Tipp für mehr Nachhaltigkeit im Alltag, den jede Leserin und jeder Leser dieses Interviews sofort umsetzen kann? 

Frans: Ich finde, das Credo “Buy Less, choose well, make it last” von Designerin Vivienne Westwood ist ein guter Leitfaden für den Konsum im Alltag. Weniger zu kaufen bedeutet nicht Verzicht, im Gegenteil. Ich wähle bewusster, was ich mir leisten will, und gebe dafür dann eventuell auch mehr Geld aus. Für ökologische und nachhaltige Produkte, die langlebig sind, gut aussehen, und woran ich auch eine Freude habe.

 

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  • Über den Autor:

    Phillipp Annerer 

    Arbeitet für Green Shirts im Öffentlichkeitsbereich, B2B und schreibt den Blog. Er Studiert Geschichte und Publizistik an der Uni Wien und ist als freier Journalist tätig.

     

     

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