Warum ich mich entschieden habe nur noch Fair Fashion zu tragen

Die Bloggerin Johanna Gorbach (Das Dradiwaberl) erzählt in einem Gastbeitrag wie es dazu kam, dass sie nur noch Fair Fashion trägt.

Ich habe Shoppen und Einkaufen geliebt. Ich war eine absolute Schnäppchenjägerin und darauf auch sehr stolz. Drei Pullover um 20 Euro, vier Hosen um 30 Euro, das war wieder mal ein erfolgreicher Einkauf! Ach, und nun schon wieder Winter und ich habe viel zu wenige Winterschuhe! Ein neues Paar, vermutlich das zehnte Paar, muss her. So ging das jeden Monat, jahrelang. In diesem Sinn war meine Einstellung zur Mode und der gesamten Textilindustrie.

Bis ich mir vor einigen Monaten den Film „The True Cost“ angeschaut und mit Entsetzen feststellt habe, dass auch ich Schuld an dem Leiden vieler Menschen, etwa in Textilfabriken, habe. Einfach indem ich Kleidung von großen namhaften Modekonzernen kaufte. Vor einigen Jahren stürzte in Bangladesh ein Fabriksgebäude, in welchem eben solche Modefirmen produzierten, ein. Viele Männer, Frauen und sogar Kinder mussten sterben und ihre Familien haben bis heute keine Entschädigungen bekommen. Diese Tatsache erschütterte mich zutiefst und ich wollte kein Teil dieser Mode mehr sein. Ich begann mir Fragen zu stellen: Woher kommt meine Kleidung? Wer hat sie gemacht? „Made in Italy“ muss nicht immer „Made in Italy“ bedeuten. Es kann das komplette Kleidungsstück billig in einer Fabrik in China oder Bangladesh und zum Beispiel nur ein Knopf in Italien hergestellt worden sein und schon hat man die Erlaubnis so ein Etikett anzubringen.

Faire und nachhaltige Mode hat es oft schwer aus der „Öko-Schublade“ zu kommen. Man hat sofort weit geschnittene, wild gemusterte Baumwollhosen und Hippiblusen im Kopf. Aber ökologische Mode kann inzwischen sehr viel mehr! Immer mehr Firmen werden gegründet, die großen Wert auf eine gerechte Bezahlung, ein ordentliches Arbeitsverhältnis und nachhaltige Stoffe und sonstige Materialien legen. Vom weißen Basic-Shirt über modisch geschnittene Jeans bis zu trendigen Schuhen ist hier alles zu finden! Ich habe mein gesamtes Kaufverhalten komplett geändert, kaufe nur noch wenige Male im Jahr, dafür aber nachhaltig und ökologisch. Und mein Leben ist mir noch nie leichter gefallen. Kein ständiger Stress mehr die neuesten Trends mitzumachen oder in überfüllten Geschäften die letzte Größe zu ergattern. Nachhaltige Mode kann dein Leben verändern und unsere Erde wird es dir danken.

Das sind meine 5 Tipps für einen einfachen, nachhaltigen Alltag:

1. Faire, nachhaltige Kleidung kaufen: Was ist nachhaltig? Aufgrund der starken Pestizide, die bei den Baumwollplantagen verwendet werden, wird der Boden völlig ausgelaugt und die chemischen Stoffe tun unserer Haut nichts Gutes ... darum: auf Biobaumwolle achten!

2. Plastikmüll vermeiden: Täglich gelangen mehrere Tonnen Plastik in unsere Gewässer und wir können ganz leicht etwas dagegen tun! Nehmt einfach Stoffsäcke anstatt der Plastiktaschen zum Einkaufen mit!

3. Wäschesäcke verwenden: In unserer Kleidung befinden sich oft Mikroplastikteile, die von Kläranlagen nicht gefiltert werden können und so ebenfalls die Gewässer verseuchen. Wäschesäcke fangen diese kleinen Teile auf und so verschwinden sie nicht im Abwasser!

4. Regional und saisonal einkaufen: Tomaten aus den Niederlanden zu Weihnachten? Nein! Geht auf regionale Bauernmärkte. Dort seht ihr was für Obst und Gemüse gerade Saison hat! Das spart lange Transportkosten und ihr könnt auch gleich plastikfrei einkaufen!

5. Ein veganer Tag in der Woche: Der hohe Fleischkonsum ist ein sehr heikles Thema, ist aber der Hauptgrund für den Klimawandel und die Zerstörung unserer Erde. Nur ein veganer Tag in der Woche kann schon viel verändern!

Alles Liebe,

eure Johanna

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  • Über die Autorin:

    Johanna Gorbach

    "Ich liebe die Natur und alles was sie mir bietet und bin bereit auch dafür meinen Teil beizutragen. Ich bevorzuge einen nachhaltigen, weitgehend plastikfreien Lebensstil."

    Johanna betreibt den Blog dasdradiwaberl.at 

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